Wie Du Deine Yogastunde mit Ayurveda-Prinzipien gestaltest

Ayurveda und Yoga: Eine harmonische Verbindung

Ayurveda und Yoga sind zwei uralte Weisheiten, die aus Indien stammen und sich perfekt ergänzen. Während Yoga den Körper stärkt und den Geist beruhigt, hilft Ayurveda dabei, das innere Gleichgewicht zu finden. In diesem Blogbeitrag schauen wir uns an, wie man eine Yogastunde durch die Ayurveda-Brille gestaltet und dabei alle drei Doshas – Vata, Pitta und Kapha – integriert.

Yoga: Eine ganzheitliche Praxis

Yoga ist eine ganzheitliche Praxis, die ursprünglich aus Indien stammt und körperliche, geistige und spirituelle Disziplinen umfasst. Sie beinhaltet Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama), Meditation und ethische Prinzipien. Ziel von Yoga ist es, das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist zu fördern, Stress abzubauen, die Flexibilität und Stärke zu verbessern und inneren Frieden zu finden.

Ayurveda: Die Wissenschaft des Lebens

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, die seit über 5000 Jahren praktiziert wird. Sie basiert auf dem Verständnis der individuellen Konstitutionen (Doshas: Vata, Pitta, Kapha) und zielt darauf ab, das Gleichgewicht dieser Energien zu fördern. Ayurveda umfasst Ernährung, Lebensweise, Kräutertherapie, Massagen und andere naturheilkundliche Methoden. Ziel ist es, die Gesundheit zu erhalten, Krankheiten vorzubeugen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Die Doshas im Yoga

In der ayurvedischen Lehre spielen die drei Doshas eine zentrale Rolle. Vata steht für Bewegung und Kreativität, Pitta für Wärme und Transformation, und Kapha für Stabilität und Struktur. Eine ausgewogene Yogastunde berücksichtigt diese drei Energien und integriert sie in die Praxis.

Kapha-Qualitäten einladen

Kapha-Energie bringt Struktur und Erdung in die Yogastunde. Erdende Asanas wie Vorbeugen, stabile Standhaltungen und Bodenkontakt helfen, eine solide Basis zu schaffen. Diese Haltungen fördern die Verbindung zur Erde und bieten Stabilität. Savasana am Ende der Stunde ermöglicht tiefe Entspannung und Erdung, indem es den Körper zur Ruhe bringt und Kapha-Qualitäten verstärkt.

Beispiele für Kapha-fördernde Asanas:

  • Tadasana (Berghaltung): Fördert die Erdung und das Bewusstsein für die eigene Körperhaltung.
  • Balasana (Kindhaltung): Bietet Geborgenheit und Entspannung, ideal zum Erden und Loslassen.
  • Paschimottanasana (Vorwärtsbeuge im Sitzen): Fördert die Dehnung der Rückseite des Körpers und hilft, den Geist zu beruhigen.

Pitta-Qualitäten einladen

Pitta-Energie erzeugt Wärme und regt den Stoffwechsel an. Asanas wie Drehungen, Sonnengrüße und Übungen für die Körpermitte aktivieren die innere Hitze. Diese Haltungen fördern die Durchblutung und stärken die Willenskraft. Eine dynamische Sequenz von Sonnengrüßen kann den ganzen Körper aufwärmen und die Energie anheben.

Beispiele für Pitta-fördernde Asanas:

  • Surya Namaskar (Sonnengruß): Eine dynamische Abfolge, die den gesamten Körper aufwärmt und energetisiert.
  • Navasana (Bootshaltung): Stärkt die Körpermitte und fördert die innere Hitze.
  • Parivrtta Trikonasana (Gedrehte Dreieckshaltung): Regt die Verdauung an und fördert die Entgiftung des Körpers.

Vata-Qualitäten einladen

Vata-Energie bringt Leichtigkeit und Kreativität in die Yogastunde. Sanfte Flows, Umkehrhaltungen und Balancen fördern die Flexibilität und laden Kreativität ein. Diese Haltungen helfen, den Geist zu beruhigen und fördern die geistige Klarheit. Sanfte Flows ermöglichen eine fließende und kreative Praxis.

Beispiele für Vata-fördernde Asanas:

  • Vrikshasana (Baumhaltung): Fördert die Balance und Stabilität, während sie gleichzeitig Leichtigkeit vermittelt.
  • Adho Mukha Svanasana (Herabschauender Hund): Stärkt und dehnt den gesamten Körper und fördert die Durchblutung.
  • Garudasana (Adlerhaltung): Verbessert die Konzentration und Balance, bringt den Geist zur Ruhe.

Ausgleichende Asanas und Atemübungen

Seitbeugen und Twists sind besonders effektiv, um alle drei Doshas auszugleichen. Diese Haltungen fördern die Flexibilität und wirken harmonisierend. Atemübungen können ebenfalls an die Doshas angepasst werden. Wechselatmung wirkt ausgleichend, Kaphalabati anregend und Sitali kühlend.

3 Atemübungen (Pranayama) für die Doshas

Atemübungen, auch bekannt als Pranayama, sind gezielte Techniken zur Steuerung des Atems, die im Yoga praktiziert werden. Das Wort “Pranayama” setzt sich aus den Sanskrit-Wörtern “Prana” (Lebensenergie oder Atem) und “Yama” (Kontrolle) zusammen. Pranayama umfasst verschiedene Atemtechniken, die darauf abzielen, die Lebensenergie im Körper zu regulieren und zu harmonisieren. Diese Übungen spielen eine wesentliche Rolle in der Yoga-Praxis und haben vielfältige Vorteile für Körper und Geist. Hier findest du 3 Atemübungen für die Doshas:

Wechselatmung (Nadi Shodhana)

Wechselatmung, auch Nadi Shodhana genannt, ist eine beruhigende und ausgleichende Atemtechnik, die die Energien im Körper harmonisiert. Diese Technik besteht darin, die Nasenlöcher abwechselnd zu verschließen und durch das jeweils andere zu atmen.

Vorteile:

  • Harmonisiert die Energien im Körper und gleicht alle Doshas aus.
  • Fördert die geistige Klarheit und Konzentration.
  • Reduziert Stress und Angst, indem sie das Nervensystem beruhigt.
  • Unterstützt die Reinigung der Nadis (Energiekanäle) und verbessert den Energiefluss.

Wie funktioniert die Wechselatmung?

  1. Setze dich in eine bequeme, aufrechte Position.
  2. Schließe die Augen und atme tief durch beide Nasenlöcher ein.
  3. Verschließe das rechte Nasenloch mit dem Daumen und atme durch das linke Nasenloch aus.
  4. Atme durch das linke Nasenloch ein.
  5. Verschließe das linke Nasenloch mit dem Ringfinger und atme durch das rechte Nasenloch aus.
  6. Atme durch das rechte Nasenloch ein.
  7. Wiederhole diesen Zyklus mehrere Minuten lang.
Kaphalabati (Feueratmung)

Beschreibung: Kaphalabati, auch bekannt als Feueratmung, ist eine kraftvolle Atemübung, die die innere Hitze erhöht und den Stoffwechsel ankurbelt. Diese Technik besteht aus schnellen, kraftvollen Ausatmungen und passiven Einatmungen.

Vorteile:

  • Erhöht die innere Hitze und stimuliert Pitta, ideal für morgendliche Praxis.
  • Reinigt die Atemwege und verbessert die Lungenkapazität.
  • Fördert die Durchblutung und den Sauerstoffgehalt im Blut.
  • Unterstützt die Verdauung und hilft, Toxine aus dem Körper zu entfernen.

Wie funktioniert die Feueratmung?

  1. Setze dich in eine bequeme, aufrechte Position.
  2. Atme tief ein und lass den Bauch sich nach außen wölben.
  3. Atme kraftvoll durch die Nase aus, wobei der Bauch nach innen gezogen wird.
  4. Lasse die Einatmung passiv geschehen, ohne Anstrengung.
  5. Wiederhole diese Abfolge von schnellen Ausatmungen und passiven Einatmungen für etwa 30-60 Sekunden.
Sitali (kühlende Atmung)

Beschreibung: Sitali, die kühlende Atmung, ist eine beruhigende Technik, die den Körper abkühlt und den Geist beruhigt. Diese Technik beinhaltet das Einatmen durch die Zunge und das Ausatmen durch die Nase.

Vorteile:

  • Kühlt den Körper und beruhigt Pitta, besonders hilfreich in heißen Monaten oder nach anstrengenden Sequenzen.
  • Reduziert Hitze und Entzündungen im Körper.
  • Fördert die Entspannung und lindert Stress.
  • Unterstützt die Verdauung und wirkt ausgleichend auf den Geist.

Wie funktioniert die kühlende Atmung?

  1. Setze dich in eine bequeme, aufrechte Position.
  2. Rolle die Zunge zu einem Schlauch und strecke sie leicht heraus.
  3. Atme langsam und tief durch den Zungenschlauch ein, sodass die Luft den Mund kühlt.
  4. Schließe den Mund und atme durch die Nase aus.
  5. Wiederhole diese Atemtechnik mehrere Minuten lang.

Durch die Integration dieser Pranayama-Techniken in deine Yogapraxis kannst du die Energien im Körper ausgleichen und die Doshas harmonisieren. Jede dieser Techniken hat spezifische Vorteile und kann je nach Bedarf und Dosha-Typ angepasst werden. 

Experimentiere mit diesen Atemübungen und finde heraus, welche am besten zu dir und deinen Teilnehmern passen.

Einfluss von Tageszeiten, Jahreszeiten und Stimmungen

Auch die Tageszeit, Jahreszeit und die allgemeine Stimmung spielen eine wichtige Rolle im Ayurveda-Yoga. Morgens kann eine anregende Praxis mit Pitta-Qualitäten hilfreich sein, während abends eine beruhigende Kapha-Praxis empfehlenswert ist. Im Winter können wärmende Übungen bevorzugt werden, während im Sommer kühlende Asanas und Atemübungen gut tun.

Anpassung der Yogastunde an die Tageszeiten:
  • Morgen: Aktivierende und wärmende Pitta-Übungen, um den Tag energiegeladen zu beginnen.
  • Mittag: Eine ausgewogene Praxis mit Fokus auf Flexibilität und Balance, um die Mittagsenergie zu stabilisieren.
  • Abend: Beruhigende Kapha-Asanas und sanfte Flows, um den Geist zu entspannen und den Körper auf die Nachtruhe vorzubereiten.
Anpassung der Yogastunde an die Jahreszeiten:
  • Frühling: Fokus auf reinigende und entgiftende Übungen, um den Körper von den Wintermonaten zu befreien.
  • Sommer: Kühlende und beruhigende Asanas und Pranayama, um die Hitze des Sommers auszugleichen.
  • Herbst: Erdende und stabilisierende Übungen, um die wechselnden Energien zu balancieren.
  • Winter: Wärmende und anregende Asanas, um die Kälte zu vertreiben und das Immunsystem zu stärken.

Egal aus welchem Yogastil du kommst, du kannst die Ayurveda-Brille aufsetzen und deine Yogastunde entsprechend aufbauen. Durch die Integration der drei Doshas fühlen sich deine Teilnehmer ausgeglichener und harmonischer. Für mehr Informationen und eine tiefere Einführung in die Verbindung von Yoga und Ayurveda, buche die Weiterbildung Ayurveda trifft Yoga speziell für Yogalehrerinnen. Hier findest du alle Infos und kannst direkt loslegen.

 

Namasté

Nina

Ayurveda trifft Yoga

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